#8 Von Ramadan, gutem Essen und ein bisschen Markt




"Juhu ich habe es einmal wieder geschafft, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein" hab ich mir gedacht, als mir irgendwann vor ein paar Wochen bewusst wurde, dass ja Ramadan im Juni ist.
Mittlerweile bin ich eher begeistert davon, diese Zeit hier sein zu dürfen. Zum einen hätte ich niiiiee gedacht das Ich Vielfraß vom Dienst es tatsächlich schaffe den ganzen Tag nichts zu essen und zum anderen ist das Essen abends soo gut, dass ich da freiwillig den ganzen Tag faste.

Angefangen hat der Fastenmonat beim letzten Neumond am 6. Juni, oder war es der 7.? Auf jeden Fall komme ich seit diesem Tag jeden Abend in den Genuss traditioneller Köstlichkeiten. Dazu lerne ich alles zu kochen, weil man ja eh nichts anderes zu tun hat und ich so ab 15:00 meinen Tag in  und um die Küche verbringe. Um 18:24 dann ungefähr ist der Sonnenuntergang und nach dem die männlichen Bewohner des Hauses aus der Moschee zurück kommen wird es Zeit für das Festmahl. Nachts bis 4:00 kann man dann noch mal was essen, wenn man um diese Zeit Fisch und all die Leckereien herunter bekommt. "Kann man machen, muss man aber nicht" -  ist da eher so mein Motto.



In der Regel hält sich Süßes und Salziges die Waage, tendenziell ist alles mit Kokosmilch gekocht und das Süße dann noch mit Zucker, Zimt und Kardamom verfeinert -  Weihnachten auf dem Löffel ist das !
Der Klassiker ist Maniok in Kokosmilch, Fisch mit Ingwer und Zitrone dazu, Kidneybohnen in Kokos, Teigfladen aus der Pfanne, Süße Teigware in Kokosmilch.... In unserem Deutsch-Sansibari Haushalt verirrt sich doch aber dann auch ab und an ein Salat, Kürbissuppe oder Bruschetta auf den Tisch. 
Das wirklich praktische an den Dingen ist, dass sie unglaublich viel Zeit in Anspruch nehmen und ich so bequem ab Nachmittag mich mit Kneten, formen, rollen, schnibbeln und so weiter von meinem ungehaltenen Magen ablenken kann.




Wenn man nicht gerade kocht muss man sich ja irgendwie anders beschäftigen - und was machen Frauen in dem Fall? Riiichtig, shoppen gehen. Also Kaffeebohnen, Gewürze und Stoffe versteht sich. Als wir letzten Samstag einen 4 stündigen Mitbringsel-Shoppingmarathon  auf nüchternen Magen absolviert haben, habe ich eine ganz neue Seite an mir entdeckt. Denn ich hätte NIE in meinem Ganzen Leben gedacht, dass ich ich so viel Energie und Kraft habe! Genial was der Körper alles kann, und krass wie viel einfach Einstellungssache ist.





Dadurch, dass ich schon mal hier war, bin ich ziemlich Faul was so Tourifotos in der Stadt angeht. Irgendwie ist es mir unangenehm, auch noch einer der nervigen immer fotografierenden Touristen zu sein und irgendwo hab ich ja die Bilder noch. Aber ein zwei Bilder hab ich dann doch irgendwie gemacht. Vor allem die ruhigen Menschenleeren weißgetünchten Gassen der Altstadt gefallen mir unglaublich gut!





Nach diesem Shoppingmarathon auf nüchternen Magen hat mich dann so schnell nichts mehr aus der Fassung gebracht. Ein paar Tage später haben wir nämlich den kompletten Garten gefegt, gejätet und noch irgendwelche Löcher zugebuddelt. Arbeit, die ich sonst nur mit mindestens drei Cornyriegeln intus vollbringe - doch hokuspokus : mit super viel Energie habe ich mich auf den Rechen gestürzt und auch danach ging es mir super - außer dass ich ungefähr so aussah als hätte ich mich mit Kleidern am Leib in eine Sauna verirrt.




So ich werde mich jetzt ans Teigkügelchen formen machen und sende ganz viele herzlich warme Sonnenstrahlen ins verregnete Deutschland!

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