Ich bin ein Adrenalinjunkie. Und das, eigentlich seit ich denken kann. Über meine Eltern bin ich vom ersten Monat an in den Outdoorsport hineingewachsen, und außer während einer kleinen pupertären rebellischen Phase, ihnen doch sehr dankbar darum.
 Als Kind waren meine Vorbilder immer Georg aus "5 Freunde" oder Ronja Räubertochter. Ich will die Narben an meinen Knien gar nicht zählen, oder die unzähligen Fahrradunfälle und sonstigen Geschichten. Aber ich war verdammt glücklich und nicht jeder kann erzählen, dass er früher mit Jungs alte Fabrikengebäude unsicher gemacht hat, bei aufkommendem Unwetter ein Gletscherfeld hinunter gestürmt ist und 10 Sternschuppen an einem Abend gesehen hat, weil in den Bergen der Himmel so klar ist. Mittlerweile bin ich Jugendleiterin im Deutschen Alpenverein und kann mit einem Schmunzeln beobachten, wie 20 kleine Kiddis genau so an solchen Dingen den größten Spaß haben.
Ich liebe dieses Gefühl wenn man etwas tut, was nicht alltäglich ist, was vielleicht sogar etwas gefährlich ist. Das ist schwer zu beschreiben, aber stell dich mal auf einen Gipfel und seh die ganze Welt nur noch von oben, kletter mal eine Felswand hoch und häng da oben, so vollkommen schwerelos, diesen Moment da kann dir keiner nehmen! Der gehört dir ganz alleine und ist einfach nur wunderwunderbar! 
Man hat mal wieder seinen inneren Schweinehund überwunden und bekommt irgendwie eine geballte Ladung Stolz, Glück und Unantastbarkeit um die Ohren geworfen.





Adrenalin ist aber nicht alles was die Natur und diese ganzen Outdoor Sportarten bieten.
Vorerst muss ein Klischee aus dem Weg geräumt werden. Outdoor Sportler laufen alle nicht immer  in Teva Sandalen, Zip-Hosen und The North Face Fleecepullis rum. 
Das sind ganz normale Menschen, nur mit einer Schwäche für Adrenalinkicks und für die Natur. Und meiner Meinung gibt es da viel zu wenige davon. Außerdem hab ich noch nie in meinem Leben so nette, offene, lockere und ehrliche Menschen wie in diesem Sport getroffen.  

Gerade Bergsteigen sollte jedem Verschrieben werden, der über zu viel Stress und Druck klagt. Denn es gibt wirklich nichts entspannteres als 2-4 Tage auf einer Hütte 
mitten in den Bergen, fern ab von jeglicher Zivilisation, ohne fließend Wasser und ohne Strom.
Und wenn man im ersten Moment denkt : " Spinnt die? Das ist doch mega stressig, immer Wasser hohlen gehen und auf den nächsten Hügel nur um ne SMS zu empfangen." Dann bist du genau der Fall, den ich auf so eine Hütte schicken würde. 



Nicht jeder hat das Glück so wie ich in einem Elternhaus auf zu wachsen, in dem ein guter Schlafsack und Tourenrucksack zu den ersten Weihnachtsgeschenken zählt.
Und nicht jeder Vater schnappt sich seine Tochter ,um ins Donautal zum Klettern zu fahren. Aus dem Grund rate ich jedem sich professionelle Unterstützung hohlen, den das Ganze reizen würde aber überhaupt keine Grundlagen hat. In meiner Kletterhalle in der ich arbeite ( K5 in Rottweil) werden beispielsweise Schnupperkurse angeboten, es gibt den DAV in den man ohne Probleme eintreten kann und jede Menge Erlebnisgutscheine bei mydays. Von Wandern über Sirvivaltouren bis zu betreutem Klettern findet man hier alles und kann sich problemlos in die Hände von Profis begeben.


Mein Appell zum Schluss: Gesunder Menschenverstand, Respekt und gewissenhafte Sicherheitsvorkehrungen machen die Natur zu einem unglaublich schönen Ort voller einzigartigen Momente.


Kommentare:

  1. Wundervoller Beitrag, klingt sehr abenteuerlich! Georg von den 5 Freunden fand ich auch immer toll, ich war stets neidisch auf die Abenteuer dieser Kinder :) ganz tolle Bücher. Als ich kleiner war, waren wir ab und zu im Urlaub in den Bergen campen und wandern, das fand ich sehr schön und würde es gerne nochmal machen. Deine Bilder haben wirklich Sehnsucht geweckt. Liebe Grüße

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  2. Wirklich sehr beeindruckend und sehr schön geschrieben! :)

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